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Eine finnische Expertin bei Active Yourope: neue Methoden in der Erwachsenenbildung

Im Mai 2026 empfing Active Yourope die finnische Expertin Virve Seiteri, die bewährte Methoden der Erwachsenenbildung teilte.

Die finnische Expertin Virve Seiteri bei Active Yourope, Craiova

Vom 25. bis 29. Mai 2026 empfing die Asociația Active Yourope aus Craiova eine Expertin aus Finnland, Virve Seiteri, Koordinatorin für Fortbildungsplanung am Taivalkoski Kansalaisopisto - einem kommunalen Zentrum für Erwachsenenbildung im Norden Finnlands.

Der Besuch fand im Rahmen unserer Erasmus+-Akkreditierung in der Erwachsenenbildung (KA121-ADU) als Aktivität mit einer „Gast-Expertin” statt und hatte ein klares Ziel: bewährte Methoden der Arbeit mit Erwachsenen in den Verein zu bringen und sie an die Realität der Gruppen anzupassen, mit denen wir arbeiten.

Fünf Tage lang arbeiteten die Trainer:innen von Active Yourope direkt mit der finnischen Expertin in praktischen Workshops, Demonstrationen mit erwachsenen Lernenden und Sitzungen zum Transfer bewährter Verfahren. Im Folgenden fassen wir zusammen, was wir gelernt haben und warum es für die Erwachsenenbildung in Rumänien wichtig ist.

Das finnische Modell: Erwachsenenbildung als Gemeingut

Kommunale Zentren für Erwachsenenbildung, kansalaisopisto, sind eine Vorzeigeinstitution in Finnland. Das Land hat rund 172 solcher Zentren, und mehr als 2 Millionen Menschen nehmen jedes Jahr an Erwachsenenkursen teil. Ihr erklärter Zweck ist einfach und wirkungsvoll: sozialen Zusammenhalt, Gleichheit und aktive Bürgerschaft im Geiste des lebenslangen Lernens zu unterstützen.

Das Zentrum in Taivalkoski, aus dem unsere Expertin stammt, hat über 1.000 Lernende pro Jahr, mehr als 200 Kurse und fast 4.600 Unterrichtsstunden - von Handwerk, Sprachen und Kunst bis zu Sport, Gesundheit und Wohlbefinden. Die Werte, die es in den Mittelpunkt stellt, sind Gleichheit in der Bildung, Teilhabe und Gemeinschaft, ein lernendenzentrierter Ansatz, Zusammenarbeit und Flexibilität.

Ein Detail, das das Team beeindruckte, war der Zugang. Bildung ist auf allen Ebenen des finnischen Systems kostenlos, und für die Erwachsenenbildung gibt es „Bildungsgutscheine”, die Gebühren für von Ausgrenzung bedrohte Menschen - Zugewanderte, Rentner:innen und Arbeitslose - verringern oder aufheben. Die Zentren werden überwiegend aus öffentlichen Mitteln finanziert, wobei die Gebühren der Lernenden nur einen kleinen Anteil ausmachen. Es ist eine Philosophie, in der das Lernen Erwachsener kein Luxus ist, sondern die Investition einer Gemeinschaft in ihre eigene Vitalität.

Non-formale Methoden, die Erwachsene aktivieren

Der praktischste Teil des Besuchs waren die Methoden-Workshops. Die Expertin demonstrierte non-formale und erfahrungsbasierte Methoden, die in Finnland eingesetzt werden, um Erwachsene mit geringeren Chancen zu aktivieren und zu motivieren: Peer-Learning, Storytelling, reflektierender Dialog, kooperative Aufgaben und Learning by Doing.

Für unsere Trainer:innen war der Nutzen unmittelbar: Das ist keine Theorie, sondern Techniken, die sie am nächsten Tag in der Arbeit mit Gruppen benachteiligter Erwachsener erproben können. Die Einheiten wechselten zwischen Momenten im Plenum und Arbeit in Kleingruppen - genau das Modell, das die Expertin empfiehlt, um das Engagement hochzuhalten und den Wissenstransfer zu maximieren.

Wohlbefinden als Motor des Lernens

Ein zentrales Thema war die Verbindung zwischen Wohlbefinden und Bildung. Die finnische Botschaft ist eindeutig: Wohlbefinden unterstützt das Lernen. Die von der Expertin vorgestellten Daten aus einer Lernendenbefragung von 2026 zeigen vier durchgängige Arten von Nutzen: mentales Wohlbefinden, körperliches Wohlbefinden, soziale Beziehungen und das Lernen selbst.

Die Schlussfolgerung, gestützt durch die finnische Praxis, lautet, dass Zentren für Erwachsenenbildung als echte soziale Knotenpunkte wirken: Sie verringern Einsamkeit, steigern Selbstvertrauen und Lebenszufriedenheit und stärken das soziale Kapital der Gemeinschaft. Es gibt sogar ein wirtschaftliches Argument - die aktive Teilnahme an solchen Kursen wird mit einer geringeren Inanspruchnahme von Sozial- und Gesundheitsdiensten in Verbindung gebracht, was langfristige Vorteile für die lokalen Behörden bedeutet.

Aktive Bürgerschaft und aktives Altern

Die letzten Tage waren der aktiven Bürgerschaft und der bürgerschaftlichen Teilhabe gewidmet, mit finnischen Beispielen für Freiwilligenarbeit, kulturelle Teilhabe und gemeinschaftliches Engagement sowie den Themen aktives Altern und generationenübergreifendes Lernen.

In einer Demonstrationseinheit arbeitete die Expertin direkt mit den erwachsenen Lernenden des Vereins und zeigte, wie sich non-formale Gemeinschaftsmethoden aus dem ländlichen Finnland an den Kontext Olteniens anpassen lassen.

Was der Besuch für Active Yourope bedeutet

Für uns ist der konkrete Nutzen zweifach. Einerseits bereicherten die Trainer:innen ihr Methodenrepertoire um bewährte europäische Modelle. Andererseits legten wir den Grundstein für eine dauerhafte Partnerschaft mit dem Taivalkoski Kansalaisopisto, die den Weg für künftige Erasmus+-Kooperationen öffnet.

Das gesamte gewonnene Wissen wird in der aktuellen Arbeit des Vereins verbreitet und in die Kurse integriert, die wir Erwachsenen in unserer Gemeinschaft anbieten. Nun im dritten Jahr der Erasmus+-Akkreditierung bringt Active Yourope weiterhin europäisch erprobte Verfahren in die Erwachsenenbildung in Craiova.

Diese Aktivität wurde im Rahmen der Erasmus+-Akkreditierung der Asociația Active Yourope im Bereich der Erwachsenenbildung durchgeführt. Der Inhalt gibt ausschließlich die Ansichten der Autor:innen wieder; die Europäische Kommission und die Nationale Agentur können nicht für eine etwaige Verwendung der darin enthaltenen Informationen verantwortlich gemacht werden.

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